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Es wird schmutzig: antibakteriell ist nicht immer gut

Hast du als Kind oft Matschekuchen gebacken? Falls du ein kleines Ferkel warst, sieht es ganz so aus, als wärst du Schweinchen Schlau gewesen.

Einige Forschungen kommen zu dem Ergebnis, dass diejenigen unter uns, die als Kinder gerne im Dreck spielten, heute ein besseres Immunsystem und seltener Allergien haben. Solltest du auch heute noch gerne deine Hände schmutzig machen – etwa beim Gärtnern – kannst du dich freuen, denn der Kontakt mit frischer Erde kurbelt die Produktion von Serotonin im Gehirn an. Dieses Hormon ist für Glücksgefühle verantwortlich, ein grüner Daumen kann also für ein sonniges Gemüt sorgen. Warum sind wir dann nur so wild auf antibakterielle Produkte, die allen Keimen den Garaus machen? Und sind sie wirklich so viel besser, als ein gutes, altes Stück Seife?

Natürlich erscheinen antibakterielle Produkte sinnvoll, wenn du etwa gerade Zeit auf einem Dixi-Klo während eines Festivals verbringst oder in einer schmutzigen U-Bahn fährst, aber generell gibt es unterschiedliche Meinungen zu ihrem täglichen Gebrauch. Wichtig ist bei der Debatte zunächst, überhaupt zu wissen, was antibakterielle Produkte sind und wie sie funktionieren.

Wirfst du einen Blick in dein TV-Programm, wirst du schnell von Werbung heimgesucht, die dir erzählt, dass es mehr Bakterien in deiner Küche als auf der Klobrille gibt. Die einzige Lösung dagegen scheinen antibakterielle Sprays zu sein, die einem Superhelden gleich die bösen Bakterien verjagen. Doch das ist schon quatsch, denn nicht alle Bakterien sind schlecht oder schädlich, einige sind nicht nur harmlos, sondern sogar gut für unsere Gesundheit und unser Immunsystem. Wir alle tragen von Natur aus unzählige Mikrobiome in und auf unseren Körpern. So kommt es, dass lediglich etwa die Hälfte aller Zellen (auf die Anzahl bezogen) in unserem Körper menschlichen Ursprungs ist, der Rest besteht aus mikroskopisch kleinen Organismen, wie Bakterien oder Pilzen. Das braucht dich nicht zu ekeln, denn die meisten Bakterien sind uns freundlich gesinnt und halten uns in Balance.

Lässt dich das Gerede von den ganzen Mikroben, Bakterien und Pilzen davon träumen, dich ordentlich abzuschrubben? Überleg dir das nochmal genau. Wenn man sich zu viel wäscht und seine Mikroflora dadurch stark beschädigt, kann das mehr negative als positive Effekte haben. Gute Bakterien leben auf unserer Haut und halten so andere, gegebenenfalls schädliche Bakterien davon ab, sich dort anzusiedeln.

Die auf unserer Haut heimischen Bakterien sollten dominant bleiben, denn sie produzieren auch Bestandteile, die Schädlinge und Keime verjagen. Lush Kosmetikexperte und Produktentwickler Daniel Campbell erzählt dir gerne mehr: „Konservierungsstoffe, etwa in flüssiger Seife, zerstören die Mikroorganismen, die auf unserer Haut leben – seien sie nützlich oder schädlich für uns. Hast du keine nützlichen Bakterien mehr, die deine Haut schützen, wird sie anfälliger für Eindringlinge, was zu trockener, rissiger und kranker Haut führen kann.“

Noch mehr Fragen? Dann lass uns dir ein paar Dinge erklären.

Wie funktionieren antibakterielle Wirkstoffe?

Mikroorganismen sind äußerst effektiv in ihrer Arbeit und sehr anpassungsfähig. Finden sie gute Bedingungen vor, können sie sich extrem schnell teilen – manchen Bakterien gelingt dies alle 20 Minuten. Antibakterielle Wirkstoffe verändern diese Bedingungen, um den Mikroben die Vermehrung zu erschweren. Daniel: „Wenn man ungewollte Mikroorganismen abtöten will, muss man untersuchen, was ihnen schadet. Entweder, man nimmt ihnen die Nahrung, den Lebensraum oder verhindert, dass sie sich vermehren. Stell dir einen Mikroorganismus als flache Scheibe aus Wackelpudding vor, der seine Nährstoffe aus der Umgebung in sich aufnimmt. Vergiftet man seine Nährstoffe, hindert man ihn am Wachstum.“

Das muss nicht unbedingt unter Zuhilfenahme von Chemikalien erfolgen. Natürliche Materialien wie Salz wirken ebenfalls antibakteriell, so Daniel: „Die Zellmembran eines Bakteriums ist durchlässig. Salz entzieht den Mikroorganismen Wasser, dehydriert sie und hindert sie so am Wachstum. Alle Stoffe, die Bakterien nicht umwandeln können, sind in der Lage, ihre Biochemie durcheinander zu bringen.“

Wir können verstehen, wenn sich das für dich anhört wie direkt aus einem Alien-Horrorfilm entsprungen, aber natürliche Zutaten, etwa verschiedene Kräuter, Salz und auch Seifen können deine Hände sauber halten und schädliche Bakterien vertreiben.

Dinge, die du beachten solltest

Vor kurzem erst wurde das umstrittene Triclosan, welches antibakteriell wirkt, in Großbritannien und den USA für den Gebrauch in Kosmetik verboten. Auch in Österreich ist es in vielen Kosmetikprodukten verboten, jedoch nicht in allen. Abwaschbare Kosmetikprodukte dürfen es weiterhin enthalten. Dazu zählen etwa Zahnpasta, Mundwasser, Duschgel oder Körperseife. Wir bei Lush verzichten auf Triclosan in all unserer Kosmetik. Triclosan wurde in den 1960ern ursprünglich als Pestizid entwickelt, bis man in den 1970ern schließlich begann, es auch in Medizin einzusetzen. Irgendwie schaffte es diese Zutat in den normalen Markt und so erhielt sie Einzug in unzählige Reiniger, Seifen, Desinfektionsmittel und mehr. Triclosan wurde verboten, da man keine Ahnung von der Langzeitwirkung des Stoffes auf Menschen und Natur hat.

Es gibt deutliche Hinweise darauf, dass dieser antibakterielle Wirkstoff unserer Gesundheit und dem Planeten schaden könnte – die Chemikalie wird unter anderem mit Antibiotikaresistenz bei Bakterien und Hormonveränderungen in Verbindung gebracht.

Sind antibakterielle Chemikalien überhaupt besser als natürliche Seifen?

Einfach gesagt – nein. Es gibt keine wissenschaftlichen Hinweise darauf, dass antibakterielle Desinfektionsmittel oder Flüssigseifen Keime effektiver bekämpfen, als eine gute alte Wäsche mit Seife und warmem Wasser. Es gibt sogar eine Studie, die die Effektivität von Seife und Wasser mit der von alkoholbasierten Desinfektionsmitteln verglich. Sie kam zu dem Ergebnis, dass Menschen, die sich die Hände mit normaler Seife wuschen, weniger Bakterien auf ihren Händen hatten, als diejenigen, die das Desinfektionsmittel verwendeten.

Wir versuchen, noch einen Schritt weiter zu gehen. Anstatt alle Bakterien zu vertreiben, also auch die guten, ist unser Anliegen laut Daniel folgendes: „Wir wollen mit unseren Seifen dafür sorgen, dass die Mikroflora auf deiner Haut in Balance bleibt.“ Das klingt doch ganz nett, nicht? Oregano etwa duftet nicht nur wunderbar, sondern wirkt von Natur aus antimikrobiell. Gleiches gilt für unser Tagetesöl. Diese und weitere natürliche Zutaten, die antibakteriell wirken, findest du in unseren Produkten. Sie arbeiten sanft und gemeinsam mit deiner Haut – nicht gegen sie.

Ich will mehr!

Durchstöbere all unsere Seifen und finde die passende Verbündete in deinem Kampf gegen die Keime, die aber gleichzeitig gut zu deiner Haut ist. Oder willst du noch mehr über natürlich antibakterielle Kosmetik lernen, etwa in Form unserer Deos? Dann lies hier weiter.

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