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Lush Prize Nominierte der MedUni Innsbruck: Parul Chandorkar

Eine internationale Expertenjury wird am 16. November zum siebten Mal den Lush Prize in Höhe von rund 430.000 Euro vergeben. Seit 2012 wurden mehr als 2 Millionen Euro Fördergelder an Projekte zur Erforschung und Vermittlung tierversuchsfreier Testmethoden bereitgestellt.

Die Doktorandin an der medizinischen Universität Innsbruck Parul Chandorkar (28) wurde als beste Nachwuchswissenschaftlerin nominiert. Aktuell arbeitet sie an einem 3D-Modell, das einen Teil des menschlichen Körpers nachstellen soll. Dieses komplexe System stellt eine alternative Testmethode zu Tierversuchen dar. Gemeinsam mit 56 anderen Nominierten aus 17 Ländern macht sie sich gegen Tierversuche in der Wissenschaft stark.

Die Verleihung des LUSH PRIZE wird dieses Jahr zum ersten Mal in Berlin stattfinden. Neben Verdiensten im Bereich Nachwuchsforschung werden ebenfalls Vertreter in den Kategorien Wissenschaft, Ausbildung, Öffentlichkeitsarbeit und Lobbyarbeit prämiert.

„Ich war immer schon daran interessiert, die Tierversuche in der Wissenschaft zu reduzieren und – wenn möglich – zu ersetzen”

 

Ursprünglich kommt Chandorkar aus Indien, wo sie auch bis zur Beendigung ihres Masterstudiums als Forschungsassistentin beim Nationalen Center für Zellbiologie in Pune arbeitete. 2014 begann sie ihre Promotion an der Sektion für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie (Direktorin: Univ.-Prof. Cornelia Lass-Flörl) der Medizinischen Universität Innsbruck. „Ich war immer schon daran interessiert, die Tierversuche in der Wissenschaft zu reduzieren und – wenn möglich – zu ersetzen”, versichert Chandorkar und nutzte dies auch als Motivation für ihre jetzige Promotion. Sie ist an der Entwicklung eines 3D-Systems beteiligt, was die Interaktion von Primärzellen des Epithels und des Immunsystems simulieren soll.

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Sie selbst sagt: „Durch die Etablierung dieses komplexen respiratorischen 3D Systems hoffe ich ein zukünftiges Umdenken im Wissenschaftsgebiet der Immunologie und Infektiologie, wo leider sehr viele Tierversuche gemacht werden, zu erreichen.” An diesem Modell können nicht nur Wechselwirkungen von Krankheitserregern (z.B. Pilze, Bakterien und Viren) und den Immunzellen, sondern auch andere inhalierte Stimulanzien untersucht werden. Im Gegensatz zu den meisten Modellen stammen die Zellen hierbei nicht aus Tierversuchen, sondern es werden humane Zellen eingesetzt, wodurch die Aussagekraft der Experimente erhöht wird. Als Teil des neu gegründeten MUI AnimalFree Research Clusters, welches ihre Betreuerinnen Prof. Doris Wilflingseder und Prof. Cornelia Lass-Flörl an der Universität ins Leben gerufen hat, glaubt sie fest an ein Umdenken in der Wissenschaft und eine Hinwendung zu tierversuchsfreien Methoden.

„Ich (…) bin der Meinung, dass jeder Erfolg nicht nur auf den Einzelnen, sondern die Beteiligung eines gut funktionierenden Teams  zurückzuführen ist.”

 

Gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern gehört sie der Arbeitsgruppe von Prof. Doris Wilflingseder an und schwärmt von der Unterstützung durch ihr Team. Vor allem Privatdozent Dr. Wilfried Posch, sowie die biomedizinischen Analytikerinnen Karoline Thurnes und Greta Tutzer, und ihre Mit- DoktorandInnen, die auf dem Gruppenbild zu sehen sind: Viktoria Zaderer, M.Sc, Marta Barmejo Jambrina M.Sc, Maureen Luvanda, M.Sc und Post- Doc Paula Jauregui PhD unterstützen sie in ihrem Forschungsvorhaben. Zu ihrem Team sagt Chandorkar: „Ich arbeite in einem Team, und bin der Meinung, dass jeder Erfolg nicht nur auf den Einzelnen, sondern die Beteiligung eines gut funktionierenden Teams zurückzuführen ist.”

„Meine Maxime ist, dass ich (…) die vielen Vorteile einer tierversuchsfreien Forschung in humanen Primärzellen verständlich vermittle.”

 

Ihren Junior-Kollegen möchte die Nachwuchsforscherin vor allem eins vermitteln: „Meine Maxime ist, dass ich ihnen die vielen Vorteile einer tierversuchsfreien Forschung in humanen Primärzellen verständlich vermittle.” Das Preisgeld des LUSH Prize möchte sie dazu verwenden, ihr 3D-Modell weiter zu entwickeln und die Entwicklung von Alternativen voranzutreiben.

Weitere Informationen

Der Lush Prize ist ein Gemeinschaftsprojekt der britischen Kosmetikfirma Lush und der wissenschaftlichen Gruppe Ethical Consumer, um den kompletten Wandel von Tierversuchen in Experimenten zu alternativen, tierversuchsfreien Forschungsmethoden voranzutreiben.

Ethical Consumer, eine in Manchester (UK) ansässige Forschungs-, Verlagswesen- und Kampagnengenossenschaft. Sie widmet sich der Kampagnenarbeit und ist für die Durchführung des Preises verantwortlich.

Lush ist Aktivist, Hersteller und Einzelhändler von frischer, handgefertigter Kosmetik. In 52 Ländern stellt Lush seine Filialen als Diskussionsplattform und Leidenschaft für den Preis bereit, der ein Bestandteil der
FIGHTING ANIMAL TESTING“- Kampagne des Unternehmens ist.

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