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Reduziere deinen modischen Fußabdruck: 9 Tipps und Tricks

Viele modebegeisterte Menschen arbeiten daran die Modeindustrie nachhaltiger zu machen. Auf dem Programm stehen Second-Hand Shopping Touren anstatt Fast Fashion Hauls. Die „aus Alt mach Neu“ Bewegung erlebt ein Revival und man trifft sich mit Freunden um Kleidung zu tauschen. Auch wenn es nicht danach aussieht, eine Veränderung ist im Anmarsch. Hier findest du einige clevere Tipps um deinen Kleiderschrank nachhaltig zu machen.

Die so genannte „Fast Fashion“ und ihr kontinuierlicher Trendwechsel hat zu einer enormen Kleiderwegwerfkultur geführt. Wir wollen alles, wir wollen es jetzt, und vor allem wollen wir es billig. Ein durchschnittlicher britischer Haushalt besitzt Kleidung im Wert von über 4500€. Auf der anderen Seite werden 30% der Kleidung eines durchschnittlichen Kleiderschrankes seit einem Jahr nicht mehr getragen. Das glitzrige Shirt, das uns mit seinem 5€-Preisschild in seinen Bann gezogen hat, liegt nun im Kleiderschrank und dient als Staubfänger. Doch was wirklich besorgniserregend ist, ist die Tatsache, dass es viele Kleidungsstücke gar nicht erst in unseren Kasten schaffen, sondern im Müll landen, wo sie sich zu den anderen „einmal getragenen“ Outfits hinzugesellen. Man vermutet, dass jährlich Gewand im Wert von über 160 Mio. Euro (350000 Tonnen) im Müll landet, anstatt recycelt oder gespendet zu werden.

Immer mehr Kreative, Designer und Organisationen beweisen, dass dich dein Gehalt nicht davon abhalten muss, ethische und nachhaltige Kleidung zu kaufen. Eine dieser Organisationen ist Fashion Revolution, eine weltweite Bewegung, die sich für Transparenz in der Modeindustrie einsetzt. Jedes Jahr bitten sie Menschen darum „Label Selfies“ zu machen, auf denen sie ihr Lieblingskleidungsstück tragen. Dieses sollen sie anschließend mit dem Hashtag #whomademyclothes auf Social Media teilen und zusätzlich die Kleidermarke markieren. Die Reaktionen seit dem Launch der Kampagne im April 2013 waren überwältigend. Die Nachfrage nach Transparenz ist der erste Schritt, Firmen dazu zu überreden die Arbeitsqualität der Mitarbeiter zu verbessern.

Orsola De Castro, die Mitgründerin von Fashion Revolution und Modedesignerin beschreibt die Bewegung so: „Für mich ist es ganz einfach: ich möchte wissen, wer meine Kleider macht und diese Person ehren und respektieren. Schließlich verbindet uns etwas. Die Kampagne hilft, den Menschen in der Industrie Aufmerksamkeit zu schenken, die unsichtbar sind, und daraus ist eine globale Konversation entstanden."

Durch Fashion Revolution sollen Leute hinterfragen, wer ihre Kleidung macht. Außerdem soll ihnen klarwerden, dass sie sehr wohl ein Teil des großen Ganzen sind.

Hier findest du einige einfache Wege um deinen modischen Fußabdruck zu verkleinern…

1. Liebe deine Kleidung

Wenn du die Lebensdauer deiner Kleider um nur drei Monate verlängerst, könnte das deinen ökologischen Fußabdruck um 5-10% verringern. Versuche dein Gewand länger zu tragen und denke gut darüber nach, bevor du etwas wegwirfst.

2. Schnäppchenjagd

Versuch dich an der „Second-Hand Challenge“ und probiere so oft wie möglich in Charity- und Vintageshops zu shoppen. Dadurch wirst du nicht nur deinen modischen Fußabdruck verkleinern, du wirst auch auf einzigartige Schnäppchen stoßen.

3. Veranstalte Tausch-Parties...

Tauschbörsen sind ein öko-freundlicher Weg deinen Kleiderschrank auf Vordermann zu bringen ohne dabei einen Cent auszugeben. Wie wäre es, einen ganzen Abend daraus zu machen? Lade deine Freunde ein und tauscht eure Kleidung, die ihr eigentlich entsorgen wolltet.

4. A stitch in time...

Haben deine Pullover und Socken Löcher? Kein Problem. Versuch sie umzugestalten oder sie zu reparieren. Wenn Nähen nicht so deins ist, suche dir einen Schneider, der dir die Arbeit abnehmen kann. Wenn du nach Inspiration suchst, schau mal bei The Good Wardrobe vorbei, eine Platform, die dir dabei hilft, die Lebensdauer deines Kleiderschrankes zu verlängern.

5. Miete es!

Bist du auf einen glamourösen Ball eingeladen? Vermeide es, dir ein neues Outfit zu kaufen, das du danach nicht mehr tragen wirst, und leih dir die Sachen stattdessen aus. So hältst du deinen ökologischen Fußabdruck klein und sparst gleichzeitig Platz in deinem Kleiderschrank.

6. Lass die Fetzen fliegen!

Wenn man dein Outfit einfach nicht mehr reparieren kann, verwende es als Putzlappen oder suche dir Altkleidersammlungen heraus, die deine alten Sachen wiederverwenden oder recyceln können. Die meisten Altkleiderkammern freuen sich von Bettzeug bis hin zu Kleidung, Schuhen, Taschen und Gürtel über fast alles.

7. Fantastic without Plastic

Du hast sicher schon einmal von Mikrofasern gehört; diese Plastikteilchen, die die Ozeane verschmutzen findet man in vielen Kleidungsstücken. Beim Waschen dieser Kleidung fließen viele der Mikrofasern dann in Flüsse, Seen und Ozeane und vergiften somit die Nahrungskette. Versuche Gewand aus Polyester zu vermeiden und steige auf natürliche Varianten, wie zum Beispiel Bio-Baumwolle, um. Als Alternative kannst du dir auch einen Wäschesack zulegen, der Mikrofasern fängt.

8. Qualität über Quantität

Du musst kein Vermögen ausgeben, aber versuche Ausschau nach hochwertigen Produkten zu halten. Sie werden nicht nur länger halten, sondern verkleinern auch deinen modischen Fußabdruck.

9. Nadel und Faden

Suchst du nach neuen Wegen Stoffe zu recyceln? Versuch doch mal deine eigene Kleidung aus alten Stoffresten zu kreieren. Verbessere deine Nähkünste, indem du Workshops besuchst, oder tritt Nähgruppen bei.

Egal was wir verändern, egal wie groß die Veränderung ist, die Hauptsache ist zu begreifen, dass die Veränderung bei uns beginnt. Laut Orsola (Fashion Revolution) ist das ganz einfach: „Sobald du etwas unternimmst, unterstützt du den Aktivismus. Beginne damit, deinen Kleiderschrank zu öffnen.“ Ein Hoch auf die Fashion Revolution – jedes Outfit zählt.

Ein Hoch auf die Fashion Revolution – jedes Outfit zählt.

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