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Was haben Wolken mit ätherischen Ölen zu tun?

Erinnerst du dich noch an den Wasserkreislauf? Über ihn hast du bestimmt viel in der Schule gehört. Vielleicht hast du sogar etwas dazu gebastelt, aus Pappe, Watte und Kleber. Aber was hat das nun schon wieder mit den ätherischen Ölen in deinen Lieblingsprodukten von Lush zu tun? Sie hast du wohl nicht in deine Basteleien einbezogen, oder?

Wenn du genauer hinschaust, wirst du merken, dass sie doch Teil davon waren. Denn zum Wasserkreislauf gehören unweigerlich Bäume und Wälder. Damit untrennbar verbunden sind die Chemikalien, die die Bäume und Pflanzen freisetzen. Diese Chemikalien wiederum sind genau die gleichen, die du auch in einer Flasche voller ätherischem Öl findest.

Pflanzen produzieren chemische Bestandteile, um überleben zu können. Sie können Bestäuber anlocken, Feinde abwehren und allgemein vor Verletzungen schützen. Manche von ihnen helfen sogar bei der Produktion von Wolken, wenn Regenwasser oder Schatten benötigt werden. Ganz recht, die Dinge, die dich im Bad so wunderbar entspannen, helfen den Pflanzen im Regenwald dabei, nicht in der Sonne zu verbrennen.

Dr. Stephan Harding ist Ökologe, Dozent und Koordinator des Masterstudienganges Holistische Wissenschaften am Schumacher College in England. Dieses College genießt internationales Ansehen für seine naturbasierte Bildung rund um Themen wie Ökologie und Nachhaltigkeit. Er erklärt: „Sekundäre Pflanzenstoffe, die von der Natur produziert werden, können gut riechen. Daher mischen wir sie gerne in unsere Seifen, Shampoos und viele weitere Dinge. Bäume und Pflanzen produzieren sie aber aus ganz anderen Gründen.“

„Einer dieser Gründe – und es gibt viele – scheint zu sein, das Klima zu regulieren. Bäume scheiden sekundäre Pflanzenstoffe aus, diese evaporieren in der Atmosphäre über dem Wald und helfen bei der Bildung von Wolken. Sie säen gewissermaßen Wolken.“

„Wolken bilden sich, wenn winzige Wassertropfen oder Eiskristalle sich um Staubpartikel in der Atmosphäre schließen. Aber Wolken können sich nicht nur durch die Verbindung mit Staub bilden. Das gelingt auch in Kombination von Wasser mit Bestandteilen ätherischer Öle. Diese chemischen Partikel, meist vom Typus der Terpene, werden auch von Pflanzen in die Luft ausgeschieden. Um sie herum können sich dann Wolken bilden.“

Stephan sagt: „Die Wassermoleküle sammeln sich um die aromatischen Stoffe, der Wasserdampf kondensiert sodann und wird zu Wolken. Eventuell fängt es auch an zu regnen. So gelingt es den Wäldern, den Wasserkreislauf aufrecht zu erhalten.“

„Aber die Wolken sind auch dicht und weiß, wodurch sie die Erde abkühlen. Sie haben Einfluss auf das gesamte Klima. Es gibt eine Verbindung zwischen den winzigen Bestandteilen der Pflanzen und der Klimaregulierung in der Biosphäre. Das ist ein beeindruckendes Phänomen.“

Also, kann deine Badebombe etwa Regen verursachen? Eher nicht, obwohl die chemischen Bestandteile in den ätherischen Ölen, etwa Geraniol, Farnesol oder Linalool, Terpene sind, die von Pflanzen dazu verwendet werden, Wolken zu produzieren. Jedoch sind die Mengen, die aus deinen Produkten emporsteigen, verschwindend gering. Stephan sagt: „Ich stelle mir es so vor, dass eine winzige Menge evaporiert, durch das Fenster nach draußen gelangt und tatsächlich irgendwie dabei hilft, eine Wolke zu bilden. Aber die Menge ist wirklich winzig, winzig klein.“

Da hast du es. Ätherische Öle können mehr als gut riechen und dir Körper und Laune verschönern. Sie haben einige wichtige Aufgaben in der Natur und darüber hinaus. Erfahre hier mehr.

 

Dr. Stephan Harding ist Autor des Buches „Animate Earth, Science Intuition and Gaia“, in dem du mehr über das Säen von Wolken erfährst. Er ist außerdem Co-Autor der App Deep Time Walk.

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